Was ist Farbdialog?

 

 

1. Kunsttherapeutische Ausbildung

 

Wir wollen dieses wertvolle Vermächtnis von Bruno Huber weitertragen.Wolfhard König war der erste, der von Bruno Huber bereits ab 1971 gründlich in der Farbdialog – Therapie ausgebildet wurde.Ziel und Zweck der Ausbildung Ziel der Ausbildung ist es, die Fähigkeit zu erlangen, Menschen in ihren Entwicklungsprozessen begleiten und unterstützen zu können (zum Beispiel als Ergänzung zur Berater – Ausbildung am IFAP), was oft mit intensiven Prozessen während der Ausbildung verbunden ist. Als Mittel der Kommunikation mit dem Unbewussten lassen sich Blockaden und Widerstände oft auch da beeinflussen und auflösen, wo Worte nicht mehr weiterhelfen.Wir lernen den Farbdialog als Prozess in 3 Formen kennen:

 

  • Der Farbdialog als Selbstausdruck: Jede Person malt allein Farbdialog – Bilder, die in Krisenzeiten zur eigenen Entlastung oder zur Förderung der eigenen Kraft aus dem Unbewussten dienen und damit zur Unterstützung der eigenen Entwicklung.

  • Farb – Dialog: Malen zu zweit, z.B. Klient | Therapeut, Paare, Eltern mit Kindern

  • Gruppen – Farbdialog: Hier entsteht (vor allem bei längerem Prozess) eine Art Gruppen – Unbewusstes, das gemeinsam (mit der Lebenserfahrung aller Beteiligter) nach Ausdruck und Lösungen sucht. (Wir malen mindestens 30 Bilder, immer in derselben Gruppe, die einer Lehrtherapie entsprechen.)

 

Kunsttherapie: Der Farbdialog soll auch als Teil der kunsttherapeutischen Methode vermittelt werden. In der Kunsttherapie gilt der Satz: "Ausdruck ist Bewältigung". Seelische Vorgänge, die gestaltet und ausgedrückt werden können, sind leichter zu verstehen und zu bewältigen. Traumarbeit und Märchensymbolik. Der Farbdialog aktiviert die Symbol – Aktivität des Unbewussten, was oft zu vermehrter Traumarbeit führt. Deshalb werden wir uns gründlich mit der Traumdeutung, der Führung eines Traumbuches usw. beschäftigen. Ebenso werden wir die Symbolbereiche der Märchen und der Mythologie in unsere Arbeit einbeziehen. Besonders Ruth Schmidhauser führt uns in ihrer anschaulichen Art in die therapeutische Arbeit mit Märchen ein. Auch "Schreiben als Therapie" (A. Muschgg) soll eine Rolle spielen. Eine gründliche Vermittlung der Tiefenpsychologie und der Entwicklungspsychologie rundet die Ausbildung ab. Hausarbeit Während der Ausbildung werden viele Möglichkeiten angeboten, zu Hause an der "Selbst–Therapie" zu arbeiten und somit in der persönlichen Entwicklung voranzukommen.Weitere Auskünfte:Wolfhard König: +49 (0)89 71 52 70Anmeldung zum FarbdialogNach der Ausbildung kann mit Erfolg in eigener Praxis gearbeitet werden.Dabei ist mit eigener Praxis gemeint, dass eine heilkundliche Zulassung vorliegt (Approbation als Arzt oder Psychologe oder Erlaubnis nach dem Heilpraktikergesetz.)Sonst ist eine Arbeit im Rahmen der Selbsterfahrung möglich, z.B. als Konzentrations- oder Kreativitätstraining (z.B. Selbterfahrungsgruppen).Aber Absolventen waren auch schon mit der Bewerbungen bei Kliniken (z.B. psychosomatischen) erfolgreich. Oder auch mit Selbsterfahrungsgruppen an Schulen.Viele Anwendungsfelder eröffnen sich.

 

2. Geschichte und Wirkung des Farbdialoges

 

Entdeckung

 

Die Geschichte ist weitgehend bekannt: Bruno Huber war auch begeisterter Maler, nicht nur Therapeut und Astrologe.Während seiner Studienjahre bei Prof. Assagioli in Florenz hatte er einen Künstler zum Patienten, der auch Maler war. Wie es manchmal gehen kann, blockierte dieser Patient während der Therapie, die Behandlung kam ins Stocken.Eines Tages, in seiner Verzweiflung, kam Bruno auf die Idee: er ist Maler, ich bin Maler–statt zu reden malen wir zusammen. Nach fast "durchgemalter Nacht" war der Pat. wie verwandelt und auch fähig die verbale Blockade zu überwinden. Die Therapie konnte mit neuem Schwung weitergeführt werden.Unbewusste nonverbale KommunikationWas war geschehen?Normalerweise dominiert bei Menschen die bewusste und verbale Kommunikation. Wir sprechen miteinander und müssen versuchen, was wir meinen in Worten und Begriffen über unsere Sprache auszudrücken. Meist lässt sich nur ein Teil dessen, was wir wirklich meinen oder gar fühlen so transportieren.Weshalb wir Menschen ja meist unsere Rede auch nonverbal begleiten, z.B. über Mimik und Gestik, über die sog. Körpersprache. Insofern ist etwa ein Gespräch am Telefon noch leichter missverständlich, da die körpersprachliche Komponente fehlt, obwohl auch Stimmlage und Stimmfärbung, neben der reinen verbalen Botschaft, ausdruckvoll sind.Körpersprache ist aber etwas, was wir mindestens zum Teil bewusst wahrnehmen und auch, jedenfalls teilweise, deuten können. Ein Teil der körpersprachlichen Botschaft, die meist unbewusst gesendet wird, wird auch unbewusst empfangen, da die mimisch-gestischen Abläufe meist viel zu schnell und komplex sind um in vollem Umfang bewusst wahrgenommen und verstanden zu werden.Deshalb kann nach einem Gespräch ein Gefühlseindruck zurückbleiben, der der verbalen Botschaft widerspricht. Oft lässt sich erst später verstehen, dass dieser Gefühlseindruck sich aus der halbbewussten körpersprachlichen Botschaft gebildet hat.Beim Farbdialog haben wir nun mit einer primär unbewussten Kommunikation zu tun.Beim spontanen Malen mit den griffigen Wachsmalkreiden, lasse ich mich über den Farbeindruck, die leuchtende Farbe leiten. Oft entsteht erst während des Malens der eigentliche Impuls, den ich dann auf dem Blatt umsetze. Z. B. setzt man an um einen roten Fleck rechts unten zu malen, bekommt dann aber Lust noch mehr Farbe aufzutragen, malt dann spontan noch eine lange dicke Linie nach links oben über das Blatt.Eigentlich war das nicht geplant. Und der nächste Maler fühlt sich spontan provoziert und nimmt Schwarz und durchkreuzt die rote Line usw. Ähnlich der Körpersprache geschieht das Malen meist so spontan und schnell, dass es im wesentlichen ungeplant und ungesteuert abläuft.Und selbst wenn man, nach einiger Kenntnis der Farb- und Form-Symbolik, denkt: jetzt male ich diese Farbe in diesen Raum, weil es dies oder jenes bedeutet, stellt sich meist, wenn man das fertige Bild deutet, heraus, dass sich noch ganz andere Schichten von Bedeutung ergeben. Es ist schlicht nicht möglich die hochkomplexe Bedeutung der Farb-, Form- und Raumsymbolik vorher zu bedenken–und es wäre auch gar nicht sinnvoll. Am besten man nimmt spontan an der unbewussten Kommunikation teil.Die beteiligten Unbewussten bestimmen dann Inhalt und Bedeutung des Austausches. Sieht man, wie heftig beim Gruppenfarbdialog manchmal gemalt wird, so weiß man, dass intensive Bedeutungen ausgetauscht werden, kann leicht nachvollziehen, dass ein wichtiger Dialog abläuft und die Beteiligten auch berührt und verändert.Dass man den Inhalt des Dialogs erst am fertigen Bild und noch besser an mehreren fertigen Bildern in Serie tiefer erfassen kann–und auch dafür braucht man Deutungskunst, wie beim Horoskop oder beim Traum– zeigt wie spontan und unbewusst hier bedeutungsvolle Kommunikation abläuft.Die verbale Kommunikation, die von Bewusstsein zu Bewusstsein verläuft, wird hier durch eine zweite Ebene von Kommunikation ergänzt, die über den Farbdialog von Unbewusst zu Unbewusst läuft. Beide Ebenen zusammen bilden eine wesentlich ganzheitliche Kommunikation.Nun können wir formulieren, was damals in Florenz passiert sein mag. Die bis dahin schwerpunktmäßig verbale und bewusste Kommunikation zwischen Bruno und seinem Patienten ist plötzlich ergänzt worden durch eine zweite Ebene, auf der durch die Symbolik des Malens heftig Botschaften ausgetauscht und Lernprozesse angestoßen wurden, umso mehr, als beide Beteiligten es gewöhnt waren, sich in diesem Medium auszudrücken: mit Farbe auf Papier in der Sprache von Farbe, Form und Raum.Der Durchbruch, der auf dieser zweiten, tief im Unbewussten liegenden Kommunikationsebene erfolgt ist, bahnt sich dann seinen Weg ins Vorbewusste und Bewusste und veränderte auch dort die Fähigkeit und Bereitschaft offen zu kommunizieren und zu lernen.

 

Die Folgen

 

Bruno hat natürlich schnell erfasst, welche außerordentlichen Möglichkeiten sich hier bieten, vor allem auf therapeutischem Gebiet.Kann wirklich eine zweite Ebene der Kommunikation etabliert werden, die von Unbewusst zu Unbewusst läuft und hier einen direkten Austausch ermöglicht, so sind ganz neue Einwirkungen auf das Unbewusste des Menschen möglich.Eine ganzheitliche Kommunikation im Dialog, besonders im therapeutischen, erfasst die Menschen in intensiver Weise. In den folgenden Jahren hat Bruno intensiv an der optimalen Technik für den FD geforscht.Es gibt nämlich verschiedene Techniken und Medien des Malens: mit Aquarellfarben, mit Wasserfarben, mit ölfarben etc. Alle Techniken haben Vor- und Nachteile. Obige Medien werden gerne in der herkömmlichen Kunsttherapie benutzt. Sie lassen gute Ausdruckmöglichkeiten zu, vor allem wenn man alleine malt.Wenn aber ein schnelles Wechselspiel von Malen und Gegenmalen, also Erwidern, möglich sein soll, braucht man Farben, die nicht erst angerührt werden müssen und auch Farben, die nicht zu sehr decken, damit man nicht mit ein paar leichten Pinselstrichen alles überdecken, übermalen kann, was der Vorgänger gemalt hat.Außerdem sollte das Medium schnell und einfach, auch während einer therapeutischen Sitzung, verfügbar sein. Also: erst Leinwand aufspannen etc. ist nicht drin.Schließlich entstand die ausgereifte heutige Technik: Wachsmalkreiden, in malgereche Stücke aufbereitet, glattes, steifes Papier, DinA4 für den Zweier-Dialog, DinA0 für den Gruppendialog. Außerdem ein sich immer mehr vertiefendes Wissen über die Symbolik von Farbe, Form und Raum im Farbdialog und der Bezug dieser Symbolik zur Astrologie.

 

Noch einmal Geschichte

 

Als ich 1972 spontan beschloss bei Bruno die Farbdialog-Therapie zu lernen, fand ich ihn noch in mancher Hinsicht beim Experimentieren vor.Zu meiner speziellen Aufgabe wurde es in München langfristige Farbdialog -Gruppen zu leiten und Erfahrungen zu machen mit langen Bilderserien. In zwei Gruppen gelang es über 100 Bilder in Serie zu malen. Es handelte sich um langlaufende Selbsterfahrungsgruppen (über mehr als zwei Jahre, also über mehr als 100 Sitzungen bei einer Gruppensitzung pro Woche).Bei beiden Gruppen haben Bruno und ich, teilweise nahmen noch andere Beobachter teil, alle gemalten Bilder systematisch im fortlaufenden Prozess gedeutet. Dies führte oft zu ebenso spannenden wie dramatischen Deutungsprozessen bis tief in die Nacht hinein. An die folgenden jeweils schlaflosen Nächte kann ich mich noch gut erinnern.Es folgten auch intensive Gespräche und ein Ringen um die besonderen Vor- und Nachteile, des Einzel- und Gruppendialogs, der kurzen und der langen Prozesse, der Krisenintervention mit dem Farbdialog und der Begleitung einer langen (karmischen) Entwicklung.Schließlich, ich glaube es war Ende der Siebziger Jahre, stand der Farbdialog auf einem guten, ausgereiften Fundament an Erfahrung. Dies war auch die Zeit als der Farbdialog in Achberg in die Ausbildungsseminare aufgenommen wurde, um den Schülern wenigstens einen ersten Eindruck von seinen Möglichkeiten und seiner Technik zu geben.

 

Was kann der Farbdialog?

 

Möglichkeit 1:Fangen wir beim Einfachsten und Selbstverständlichsten an.Künstler, ob Maler, Musiker oder Schriftsteller, wussten schon immer: sich im Rahmen der eigenen Kunst auszudrücken, erleichtert, schafft das, was schon die alten Griechen Katharsis nannten (emotionale Erleichterung, aber auch emotionale Veränderung) und löst im Unbewussten ganz offensichtlich Lernprozesse aus.Bleiben wir bei den Malern: Sieht man das Werk eines großen Malers in der Retrospektive, so erkennt man oft nur allzu deutlich die einzelnen Entwicklungsphasen nicht nur des Werkes sondern auch der Persönlichkeit gespiegelt. Man beachte z.B. die verschiedenen Epochen in Picassos Werk, die blaue Periode, die rosa Periode etc.Machen Künstler deshalb so selten Therapie weil ihr Werk, ihre Arbeit schon ein Entwicklungsweg, eine Art Eigentherapie ist? "Gestaltung ist Bewältigung" heißt ein bekannter Satz aus der Kunsttherapie.Man muss das wohl in der Kunst genauso bejahen wie beim Farbdialog! Erfahrung 1: Kommen Menschen in aktuelle Krisen, in emotionale Überlastungszustände, so reichen oft Gespräche, selbst stundenlange, mit Freunden, mit Therapeuten etc. nicht aus, um die aktuelle, emotionelle Überlastung auszugleichen.Es ist dann eine nahe liegende Möglichkeit, sich einen Block und Kreiden zu greifen und zu malen, besonders in der Technik des FD, ein, zwei, mehrere Bilder. Man kann spüren, wie die Energie auf das Blatt "gebannt" wird, wie die Energie heftig in das Engagement beim Malen einfließt, wie hinterher der Anblick der Bilder irgendwie befriedigend ist: ein Werk, das man geschaffen hat, trotz allem und gerade jetzt. Und diese Möglichkeit steht einem jederzeit, alleine, zu hause und mit einfachen Mitteln offen.Gegebenenfalls kann ich eine Serie von Bildern schaffen in denen sich meine Krise spiegelt, und auch meine Entwicklung in dieser Situation. Ich darf sagen: wie beim richtigen Künstler.Das Unbewusste ist immer kreativ, damit sind im Prinzip alle Menschen kreativ, je nach dem, wie die Beziehung zum eigenen Unbewussten ist.Für den Berater ist es natürlich eine ausgezeichnete Möglichkeit einem Klienten in der Krise nicht nur über eine Horoskopberatung, sondern auch noch über eine Begleitung mit dem Farbdialog zur Seite zu stehen. Und zwar indem einerseits der Farbdialog empfohlen und vorgemacht wird, so dass er dem Klienten zu hause zur Verfügung steht, und darüber hinaus auch durch Impulse beim gemeinsames Malen. Womit wir schon einen Schritt weiter wären.Möglichkeit 2:Schon der Name Farb-Dialog verweist darauf, dass eigentlich ein Gespräch zu zweit gemeint ist. Dies entspricht auch den ersten Erfahrungen Brunos in Florenz, wie oben geschildert. Die besonderen Möglichkeiten, das Kreative, liegt hier nicht primär im Selbstausdruck, sondern eben im Dialog.Die Weisheit und die Erfahrungen von zwei Unbewussten treffen im Farbdialog aufeinander, tauschen sich aus, bereichern sich, suchen gemeinsam nach Möglichkeiten, Wegen, Lösungen. Der Dialog läuft auf archetypischer Ebene, mit all den Bildern und Symbolen die dort zu hause sind. Es entsteht ein gemeinsames Lernen und Suchen.Am besten vielleicht vergleichbar mit einem gemeinsamen Brainstorming, bei dem sich ebenfalls das Bewusstsein dem Unbewussten öffnet, ein gegenseitiger kreativer Prozess gesucht wird, wobei gleich zwei mal die Instanz Bewusstsein und die Instanz Unbewusstes involviert ist.Für den Therapeuten/Berater/Begleiter ist es das Beste sich unverfälscht und offen in den gemeinsamen Dialog einzulassen, auf den eigenen "Logos des Unbewussten" (M. Fordham) zu vertrauen.Erst nach dem ein gewisser Prozess abgelaufen ist, eine Serie von Bildern gemalt ist, erweist sich eine Deutung als sinnvoll. Dann erst kann man im Überblick sehen, welche Themen im Kern angesprochen waren, welche Lösungen ausprobiert wurden etc. Hier ist oft der Deutungsdialog in der Gruppe, in der Supervision besonders hilfreich. Anschließend kann so viel wie nötig oder möglich mit dem Klienten geteilt werden.Auf eine wichtige Parallele will ich hier verweisen. Manchmal kooperieren auch die Unbewussten von Menschen über den Traum. Z.B. bei Paaren kommt es vor, dass ein Partner einen wichtigen Traum hat, der etwa auch noch vom anderen Partner handelt und der diesem sofort erzählt wird. Daraufhin träumt in einer der folgenden Nächte der andere Partner eine Art Antwortraum.Aus beiden Träumen lässt sich ein wichtiger bisher eher unbewusster Konflikt verstehen. Hier haben die Unbewussten über die Traumebene eine Kommunikation und eine Lösungssuche versucht.Möglichkeit 3:Den GruppenFarbdialog könnte man auch "Multilog" nennen (Vorschlag von Bruno). Wie immer in einem Gruppenprozess, geht es nicht so sehr darum, die Konflikte oder Entwicklungsschritte eines Einzelnen herauszuschälen, sondern einen gemeinsamen Weg zu gehen, der jedem nützt, auf dem alle sich entwickeln können, wobei aber natürlich die Anliegen aller einbezogen sind.Ist z.B. ein Gruppenmitglied in einer besonderen Krise, so kann man beobachten, wie dieses sich engagiert und ev. auch aufgeregt über das Blatt hermacht und malt und malt...Meist wird das von den Anderen sehr wohl gesehen, aber toleriert. Dann kann man beobachten wie alle anderen Gruppenmitglieder der Reihe nach sich "abarbeiten", am Blatt Stellung nehmen, Wege suchen.Oft ist der Teilnehmer in der Krise schon nach einem Bild deutlich entspannter. Nicht nur wegen der Wirkung des FD auf sein Unbewusstes, sondern auch weil es gut tut in einer Gruppe zu erleben, wie sich alle ernsthaft bemühen, suchen etc.Besonders fruchtbar ist der Gruppenfarbdialog, wenn ein längerer Gruppenprozess laufen kann, also die Gruppe stabil zusammen bleibt, d.h. kein großer Wechsel in der Gruppenzusammensetzung erfolgt. Dann geht die Gruppe ihren Weg der Entwicklung, nützt die Potentiale aller Teilnehmer und hat auch Zeit die zentralen Themen aller zu bearbeiten.Hier liegt eine besondere Möglichkeit, wenn man eine Gruppe von Klienten zusammenstellen kann, die längerfristig einen wirklichen Weg zusammen gehen wollen, begleitet von einem Berater/Therapeuten, der natürlich mitmalt.Dennoch sollten auch die Stimulierungen und Entlastungen nicht gering geschätzt werden, die sich auch aus wenigen Gruppenfarbdialogen für das Unbewusste und in der Folge für die ganze Person ergeben.

 

Kunst- bzw. maltherapeutische Besonderheit

 

Kunsttherapie ist heute ein zunehmend beliebter werdender Bereich der Therapieszene. Ihre Anerkennung und Bedeutung nimmt zu. Die kathartischen Wirkungen des Sich-Ausdrückens, der Stolz auf eigene Schöpfungen (Patienten machen tatsächlich gerne Ausstellungen mit ihren Werken und Kliniken bzw. Therapeuten ziehen dabei mit) und die Deutungsmöglichkeiten therapeutischer Art erweisen sich zunehmen als wertvolle Ergänzung zur normalen Psychotherapie.Es gibt kaum noch eine psychosomatische Klinik, die nicht auch Kunsttherapie anbietet (Hier tut sich auch ein neues Arbeitsfeld auf).Bis heute aber steht als Grundverfahren im Vordergrund: Der Therapeut gibt dem Patienten ein Thema, über das der Patient dann malt oder schreibt etc. Dr. Hippius in Rütte (zusammen mit Prof. Dürkheim) praktizierte etwa das "geführte Zeichnen". Dabei wurden dem Patienten verschiedene archetypische Themen gestellt, z. B. sollte er eine Schale malen oder einen Kreis.Die Ergebnisse wurden dann gedeutet. C.G. Jung hat schon früh das Zeichnen in die Traumdeutung mit einbezogen: der Patient, der einen Traum erzählt hat sucht sich eine für ihn besonders wichtige Szene aus und malt übe diese ein Bild. Damit konkretisiert sich der Traum und die Deutungsmöglichkeiten.Aber in allen diesen Fällen malt der Patient allein und der Therapeut deutet anschließend.Es war unbedingt revolutionär von Bruno Huber, dass er, damals sicherlich weit und breit als Erster, im Dialog voll mitgemalt hat, von Anfang an sich auch am Malen und in der unbewussten Kommunikation eingelassen und beteiligt hat. Nicht nur im anschließenden Deuten, sondern bereits im gemeinsamen Gestalten und Suchen am Blatt war er und sein Unbewusstes mit von der Partie. Also: statt den Patienten am Blatt alleine Suchen zu lassen, wird ein gemeinsamer Weg angestrebt, im ständigen Austausch von Anfang an. Leicht einzusehen, dass damit die Hilfe für den Patienten sich steigert.Es ist erstaunlich, dass sich dieses dialogische Verfahren und seine besonderen Möglichkeiten in der Kunsttherapie noch kaum herumgesprochen haben.Wir haben uns vorgenommen dies zu ändern. Dazu gehört natürlich dass wir zuerst unser Verfahren dokumentieren und entsprechendes Material sammeln.

 

Farbdialog-Ausbildung

 

Seit März 2003 wurde zunächst bei API-International und IFAP mit der systematischen Ausbildung zum Farbdialogtherapeuten bzw. zur Farbdialogtherapeutin begonnen.Heute wird die Farbdialog-Ausbildung von der Internationalen Akademie für Astrologie – Schule München weiter durchgeführt.Die Praxis Koenig kooperiert dabei mit dem Zentrum für Naturheilkunde (zfn.de) in München. In deren Räumen in der Hirtenstr. 26 findet die Ausbildung statt.Erstes Ziel dabei ist, dass die Farbdialoggruppen möglichst die gesamte Zeit zusammenbleiben, so das ein intensiver Prozess im Gruppenfarbdialog entstehen kann, der dann eine Art Lehrtherapie darstellt.Zweites Ziel ist die komplexe Symbolik von Farbe, Form und Raum (Häusersystem am Blatt) im Farbdialog intensiv kennen zu lernen, so dass schließlich auch hilfreiche Deutungen, mindestens für den Farbdialogtherapeuten selber als Orientierungshilfe möglich werden.Letztlich kann der Farbdialog zusätzlich fruchtbar werden, wenn er über Deutungen auch ein Stück an das Bewusstsein herangeführt wird. Hier wird die Hauptaufgabe unserer Ausbildung liegen.Darüber hinaus sollen auch noch weitere kunsttherapeutische Verfahren, z.B. andere Maltechniken vorgestellt werden.Schlussendlich geht es uns um eine Einbettung und Anerkennung des Farbdialogs in den Rahmen der Kunsttherapie.Drittes Ziel ist die wichtigsten weiteren Symbolsysteme des Unbewussten kennen- und handhaben zu lernen. Dazu gehören noch der Traum, die Märchen und die Mythologie.Diese Symbolsysteme sind von besonderer Wichtigkeit, wenn ein Mensch auf einem längeren Lebensabschnitt begleitet, wenn Entwicklungen gefördert werden sollen. Ein Traumbuch führen und sich mit Märchen und Mythen angeregt auseinandersetzen, kann ein Klient auch allein bzw. er kann es alleine zu hause fruchtbar weiterführen. Dies ist eine wichtige Alternative oder Ergänzung zur stundenintensiven bzw. zeitaufwändigen Therapie.Viertes Ziel ist schließlich eine gründliche Information in der modernen Tiefenpsychologie (klinischen Psychologie), die im dritten und letzten Jahr erfolgen soll.Dazu gehört eine fundierte Kenntnis über die vier Grundmodelle: die Triebpsychologie, die Ichpsychologie, die Objektbeziehungspsychologie und die Selbstpsychologie. Aus jedem dieser Grundmodelle ergibt sich eine etwas andere Sicht des menschlichen Konfliktes bzw. Entwicklungsprozesses. Darüber hinaus ist eine gründliche Kenntnis der modernen Entwicklungspsychologie notwendig (besonders der den drei Hauptplaneten zuzuordnen Phasen Symbiose, Separation und Triangulierung, sowie der Pubertät und Adoleszenz und der Krise in der Lebensmitte).Auch der Themenbereich Psychosomatik soll nicht zu kurz kommen. Denn über den Körper und seine Krankheiten spricht besonders das Unbewusste und ist hier besonders ansprechbar über den Farbdialog.Auch intensive Schulung in der Beratungstechnik und im therapeutischen Umgang mit dem Farbdialog sind vorgesehen.Selbstverständlich werden alle Bereiche der Ausbildung auf das Horoskop bezogen bzw. mit der Astrologie verknüpft. Der Farbdialog und seine Symbolik beziehen sich ohnehin unmittelbar auf die Astrologie. Aber auch die Traumdeutung und die Handhabung von Märchen lässt sich mit dem Horoskop kombinieren. Und die wichtigsten Götter der griechischen Mythologie entsprechen sowieso den Planeten.

 

Anwendung

 

Denn unser Hauptziel ist ja die Kombination von astrologischer Beratung und Farbdialogtherapie. Am Anfang der angestrebten Arbeit steht immer die astrologisch-psychologische Beratung. Die Auseinandersetzung mit dem eigenen Horoskop kann sich über mehrere oder viele Stunden erstrecken, in der Beratung und auch in der Fortführung durch den Klienten zu hause.

Aber irgendwann ist der erste Erkenntnisgewinn aus dem Horoskop ausgeschöpft, weitere Deutungen werden erst wieder fruchtbar, wenn eine Wandlung des Bewusstseins, wenigstens ein Stück weit, stattgefunden hat. Und nun geht es um die Umsetzung, die Anwendung, die Verwirklichung des Gehörten, Gelernten. Damit ist der Klient heute eher noch allein.

Genau in diese Lücke passt nun die Unterstützung und Begleitung der Lernprozesse über den Farbdialog (und ergänzende Symbolsysteme).
So wird eine Bewusstseinsentwicklung in Gang gesetzt, die später wieder zum Horoskop zurückführt. Und nun sieht man plötzlich neue Zusammenhänge im Horoskop, kann Deutungen tiefer verstehen und erntet einen neuen Schub an Einsichten. Deren Verwirklichung wiederum kann durch den Farbdialog unterstützt werden etc.

Der astrologisch-psychologische Berater soll nun durch eine fundierte Weiterbildung in die Lage versetzt werden, hier weiter seinem Klienten hilfreich zur Seite stehen, ihn begleiten zu können.